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Der Boden des Bootes vibriert und die Leinen werden vom Ufer gelöst.
Nach den stupiden aber wichtigen Übungen im Pool des Hotels, der
erste "richtige" Tauchgang. Die Spannung ist den Gesichtern
förmlich anzusehen. Was erwartet uns? Sehe ich Haie? Kann ich einen
Rochen berühren?
Die Fahrt, so scheint es, dauert eine Ewigkeit. Diese Zeit wird genutzt,
um die Ausrüstung noch einmal zu überprüfen. Endlich, endlich
hat das Boot das Ziel erreicht und der Kapitän stellt den Motor ab.
Auf einmal ist alles ganz ruhig, nur die Wogen klatschen leicht gegen
den Bootsrumpf.
Ein letzter Check - sitzen Maske und Flaschen richtig - hat jeder einen
Partner - gegenseitiges Helfen beim Anlegen der Ausrüstung ist eine
Selbstverständlichkeit. Hängt doch das Leben von der zuverlässigen
Funktion der Flaschen und Automaten ab.
Ein Taucher nach dem anderen gleitet über die, an der Reling hängende,
Leiter in das Wasser. Der Tauchlehrer gibt das Zeichen zum Abtauchen.
Über dem Kopf schließt sich das Wasser und das Meer empfängt
die Taucher mit einer gespenstischen Ruhe, nur das Atmen ist zu hören.
Das Licht fällt schräg durch die Wasseroberfläche auf den
Grund und umsäumt das Riff mit einem warmen blauen Licht.
Zwischen den Korallen huschen bunte Fische, es scheint, sie wollen sich
gegenseitig fangen. Pflanzen und Seeanemonen wiegen sich in der Meeresströmung.
Ein Anblick, der sich schwer beschreiben läßt.
Die Gruppe bewegt sich langsam über das Riff und der Tauchlehrer
achtet darauf, daß keiner seiner Schüler Korallen abbricht
und einsteckt. Das würde das natürliche Gleichgewicht des Riffs
zerstören und in einigen Jahren würden Taucher nicht mehr ein
solch intaktes Ökosystem vorfinden.
Plötzlich streicht ein Schatten über die Gruppe, aber der Lehrer
gibt Entwarnung, ein Rochen wollte nur einmal die "seltsamen"
Fische begutachten, die dort über dem Riff schwimmen. Mit einigen
majestätisch anmutenden Schlägen seiner "Flügel"
gleitet er wieder davon.
Der Leiter der Gruppe mahnt zur Rückkehr, denn die Hälfte der
vorgeschriebenen Tauchzeit ist vorbei, auch Disziplin gehört zum
Tauchen. Auf dem Rückweg steckte noch eine Moräne ihren Kopf
aus einer Spalte am Boden. Ihr mit Zähnen bestücktes Maul stärkte
den Gedanken, freiwillig einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen.
Der Schiffsrumpf ist in Sicht. Einer nach dem anderen steigt über
die Leiter wieder in das Boot. Die Spannung auf den Gesichtern hat sich
gelegt und nimmt eher glückliche Züge an.
Das war er also, der erste Tauchgang, und viele sollen noch folgen.
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